Tipps gegen das OFFICE-syndrom

Teil 4:

Die unterschätzte Maus.

Alles fängt meist mit Schmerzen in der Hand oder im Handgelenk an. Manchmal ist es aber auch der Ellenbogen oder die Schulter. Meist klingen die Schmerzen nach Feierabend und am Wochenende ab und sind damit auch wieder aus dem Sinn. Doch irgendwann stellt sich der Schmerz auch bei anderen alltäglichen Arbeiten, wie Flaschen aufdrehen, Äpfel schneiden oder mit der Hand schreiben ein und will nicht mehr gehen. Die meisten haben dabei nicht ihren kleinen Bürokollegen auf dem Schreibtisch in Verdacht – die Maus.

Wieso kann dieses kleine und vor allem nützliche Arbeitsmittel solche Beschwerden auslösen, dass wir manchmal nachts kein Auge zu machen können?

Der Grund scheint völlig simpel – es sind unsere Gewohnheiten, die Maus zu bedienen. Bist Du Dir dessen erstmal bewusst, kannst Du Abhilfe schaffen.

Deshalb habe ich dieses Mal neben einigen Übungen auch ein paar Tipps zum Thema
Mausbedienung in den Beitrag aufgenommen.

1. Maustyp - Der Klammeraffe

Dies ist die schädlichste aller Gewohnheiten. Indem Du die Maus mit gekrümmten Fingern förmlich umklammerst, werden Deine Finger- und Daumenbeugemuskeln extrem angespannt.

Mit extremen Folgen:
– Der Mausdaumen zeigt ziehende, stechende,  einschießende, bohrende Schmerzen.
– Unterarm- und Fingerschmerzen – durch die ständige Krümmung tut vor allem das Strecken weh.
– Schulter- und Brustschmerzen – selbst diese Muskelregionen werden bei gekrümmten Fingern permanent angespannt und melden sich durch diese Strapazen

Die Lösung:
Gewöhne Dir an, regelmäßig den Griff von der Maus zu lösen.
– Strecke deine Arme seitlich vom Körper Weg und zieh dabei die Hände zu Deinen Ohren.
– Atme ein – klapp die Hände nach oben, lass dabei die Arme ausgestreckt.
– Atme aus und klapp die Hände nach unten. Wiederhole diese Übung 4 – 5 Mal.
– Auch eine Massage des Handballens oder des Unterarms können dabei helfen.

2. Maustyp - Schulter an den Ohren

Hast Du im stressigen Alltag Deine Schultern permanent hochgezogen, kannst Du die Maus nur mit dem kompletten Arm bewegen. Resultat ist eine Überreizung der Muskeln und Sehnen, da in dieser ohnehin schlechten Haltung, die kleinen Bewegungen eine Überlastung automatisch auslösen.
Gründe sind unter anderem eine zu hohe Tischplatte oder zu tiefes Sitzen, aber auch extreme Anspannung.

Die Lösung:
– Setz Dich gerade auf. Kreise die Schultern langsam durch das Gelenk.
– Zieh nun die Schultern zu den Ohren. Anschließend steckst Du die Schulterblattspitzen hinten in die Hosentaschen.
– Prüfe außerdem, ob die Schreibtischhöhe oder Dein Stuhl optimal eingestellt sind. Hier kann Dir auch ein Gesundheitsbeauftragter in Deinem Unternehmen helfen. 

3. MAUSTYP - Der spitze Ellenbogen

Manchmal sind es äußere Umstände, die einen dazu zwingen ungünstige Haltungen einzunehmen. Werden diese nicht erkannt, besteht die Gefahr, dass sich diese falsche Haltung im Kopf als Automatismus abspeichert. Ende vom Lied ist eine Angewohnheit, die Dich nun immer in dieser Situation arbeiten lässt, egal ob es notwendig ist. Dabei können sich die Beschwerden in den Oberarm- und Schulterbereich ausbreiten. Auch der Bereich von Handgelenk und Unterarm können betroffen sein, besonders wenn der Unterarm ständig abgehoben ist.

Die Lösung:
Stell Dich neben Deinen Schreibtisch. Nimm links und rechts eine volle Wasserflasche in die Hand und pendle langsam die Arme neben Deinem Körper aus. Lass dabei die Schultern tief nach hinten sinken und atme tief in die Brust ein und aus.

4. MAUSTYP - Gespannt wie ein Flitzebogen

Dieser Maus-Typ spannt beim Arbeiten nicht nur den Maus-Arm an, sondern ist von Kopf bis Fuß schon einer ständigen Bereitstellungsanspannung, quasi als Kampf- und/oder Fluchtverhalten, das nie ausgeführt wird.
Diese Anspannung erfolgt unwillkürlich und kann die unterschiedlichsten Regionen beanspruchen.  Hand, Arm, Schulter, Nacken, Hals vorn, Gesicht, Augen, Zunge, Bauch, Atemmuskeln, Rücken, Beinen, Zehen u.v.m.

Die Lösung:
Besonders beim Typ Flitzebogen ist es wichtig das Stress- und Anspannungslevel zu senken. Hierbei gibt es verschiedene Optionen.
Hilfreiche Techniken sind zum Beispiel Progressive Muskelrelaxation oder auch Autogenes Training. Besonders mit letzterem habe ich gute Erfahrungen gehabt. Es bedarf zwar einiger Übung, aber dann lässt sich diese Technik immer und überall anwenden.
Eine weitere Übung zum sofortigen Ausgleich:
Berühre mit dem Daumen nacheinander die Innenseite jeder Fingerspitze vom Zeigefinger bis zum kleinen Finger und zurück. Atme bei jeder Bewegung langsam ein und aus.

Da wir uns selbst nicht beobachten können, kannst Du Dich mit deinem Handy einfach mal eine Weile selbst beim Arbeiten filmen. Auch wenn es sicher nicht 100%ig der Realität entspricht, da Du Dir des Filmens ja bewusst bist, gibt es Dir trotzdem einen kleinen Aufschluss über deine Körper- und Armhaltung. Erst danach kannst Du daran arbeiten, diese bewusst zu ändern.

Teste diese Übungen in den nächsten Tagen im Büro.

Vielleicht haben Deine Kollegen auch Lust sich daran zu beteiligen.

Ich würde mich freuen, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen berichtest.

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