Tipps gegen das OFFICE-syndrom

Teil 6:

Der Stein im Bauch.

Kaum ein Thema ist so unangenehm und wenig besprochen, wie Verdauungsbeschwerden. Trotzdem kämpft ein Großteil der Sitzarbeiter tagtäglich damit.
Meist beginnt es nach der Mittagspause. Der Magen grummelt und der Darm rumort. Du merkst wie sich langsam der Bauch immer dicker anfühlt und sich Gase bilden, die nach draußen wollen. Damit bist Du in einer sehr verzwickten Lage, die in einem Teufelskreis mündet, denn wenn die Luft nicht entweichen kann, brodelt es weiter und der Darm-Bereich verkrampft sich. Verstopfung, Blähungen und Völlegefühl sind die Folge. 
Dass Du Dich damit nicht mehr konzentrieren kannst, ist ja wohl klar.
Auch wenn Du Dich damit in bester Gesellschaft mit vielen Deiner Mitmenschen befindest, hilft Dir das nicht. Deshalb möchte ich Dir in diesem Teil ein paar Ursachen erklären und was Du dagegen tun kannst.

Wir haben zwei “Betriebssysteme” – den Sympathikus und den Parasympathikus.
Beide sind für unseren Körper funktionelle Gegenspieler. Während der Sympathikus für eine erhöhte Leistungsbereitschaft steht und uns zu geistigen und körperlichen Höchstleistungen verhilft, steht der Parasympathikus für die Regeneration des Organismus und dem Aufbau von Energiereserven.
Da unser Verdauungssystem nur in einem ruhigen und entspannten Zustand gut arbeiten kann, ist es darauf angewiesen, dass der Parasympathikus die Darmtätigkeit anregt. Dementsprechend muss das Stresslevel niedrig und der Sympathikus somit runtergefahren sein.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Thema Bewegung. Wie schon mehrfach erwähnt, ist der menschliche Körper mit seinen Funktionen auf Bewegung ausgelegt. Bleibt diese aufgrund Deines Büroalltags weitestgehend aus, kommt auch irgendwann Deine Darmtätigkeit zum Erliegen und der Abtransport der Stoffwechselprodukte verlangsamt sich erheblich.
Was also tun, damit Du in Zukunft diesen unangenehmen Stein im Bauch vorbeugen kannst.

 

1. Gut gekaut ist halb verdaut!

Sicher kennst Du diesen Spruch noch von Deinen Großeltern. Und tatsächlich ist in diesem Satz ganz viel Wahrheit.
Häufig essen wir nebenbei. Schnell noch die Mails gecheckt und ins Brot oder den Burger gebissen. Häufig bleibt dann aber der eigentliche Kaufvorgang auf der Strecke. Dabei sollte ein Bissen 30 bis 50mal gekaut werden, bevor er den Magen passiert.
Damit hast Du gleich zwei Vorteile:
Dein Sättigungsgefühl tritt erst nach 15 Minuten ein. Durch langsames Kauen nimmst Du weniger Kalorien auf, bis auch Dein Kopf bemerkt hat, dass Du eigentlich schon satt bist. Damit senkst Du Deine Kalorienzufuhr erheblich und lässt vielleicht schon das ein oder andere überzählige Pfund purzeln.
Außerdem werden die Kohlenhydrate schon im Mund gut gespalten, so dass Dein Magen-Darm-Bereich später weniger beansprucht wird.

2. Iss lieber kleinere Portionen, als bis zum Grossen Loch Im Magen zu warten.

Auch hier schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe.
Zum Einen fällt Dein Insulinspiegel nicht extrem ab. Damit vermeidest Du das große Loch im Magen und die Heißhunger-Attacke in der Kantine oder im Supermarkt.
Zum anderen belasten kleine Portionen, die sinnvoll über den Tag verteilt sind, Dein Verdauungssystem weniger stark und Du vermeidest das Völlegfühl nach dem Mittagessen.

3. Gestalte Dein Essen abwechslungsreich und baue dabei auf gesunde Sattmacher.

Es gab Zeiten, da brauchte der Mensch viele Kohlenhydrate, um einen Bären zu erlegen oder vor dem Leoparden zu fliehen. Laut meines Wissens kommen diese Tätigkeiten im heutigen Berufsalltag eher weniger vor. Deshalb solltest Du auf Deinem täglichen Speisezettel eher gesunde Fette und proteinhaltige Nahrungsmittel stehen haben.
Achte vor allem darauf viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufzunehmen. Nüsse und Kerne geben Dir dabei Brain-Power bei kniffeligen Aufgaben. Avocado wiederum kann dazu das “schlechte” LDL-Cholesterin senken.
Proteine bzw. Aminosäuren in Form von Quark, Joghurt oder auch in Bananen verhelfen Deinem Körper zu Höchstleistung aufzufahren. Durch Stress, unausgewogener Ernährung sowie chronischen Erkrankungen kann es zu einem Mangel an Aminosäuren im Körper kommen und ein schwaches Immunsystem sowie Müdigkeit hervorrufen. 
Wie wäre es deshalb mal zum Mittag mit Hähnchen-Avocado-Salat mit Kürbis-Kernen oder Mozarella-Melonen-Salat?

4. Trinken, trinken, trinken

Nur wenn Du ausreichend trinkst, beugst Du Beschwerden vor. Denn Deine Zellen sind nur mit ausreichend Flüssigkeit in der Lage die Nährstoffe aus dem Darm aufzunehmen. Zusätzlich hilft es Dir schwer verdauliche Lebensmittel wie Bohnen, Erbsen oder Linsen im Darm zu verarbeiten.
Solltest Du trotzdem mal heftige Bauchschmerzen haben, sind die alten Hausmittel immer noch die beste Lösung. Fenchel-Tee beruhigt die Nervenbahnen des sympathischen Nervensystems und lässt das Völlegefühl und Aufgeblähtsein abklingen.

5. Der Mittagsspaziergang

Nimm Dir die Zeit und lass Dich auch nicht vom schlechten Wetter abhalten, denn Dein Körper und Dein Geist danken es Dir.
Mit aktiven Pausen nach dem Essen gönnst Du Deinem Verdauungssystem die notwendige Bewegung. Gleichzeitig kannst Du an der frischen Luft auch eine kreative Pause vom Meeting-Marathon und Termindruck machen. Dein Sympathikus hat jetzt frei und mit der extra Portion Sauerstoff startet es sich leichter in die zweite Hälfte des Büroalltags.
Sollte Deine Büroumgebung keine Möglichkeit für einen Spaziergang bieten, nutze doch einfach die Übungen aus meinen vorherigen Teilen für Deine Mittagspause.

Teste diese Übungen in den nächsten Tagen im Büro.

Vielleicht haben Deine Kollegen auch Lust sich daran zu beteiligen.

Ich würde mich freuen, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen berichtest.

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Sei gespannt auf Teil 7!

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